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Entscheidung des Obersten Gerichtshofs (OGH) · 29.11.2021 · Fall aus Tirol

OGH 8 ObA 58/21v

Worum es ging: Wie wird ein Kollektivvertrag ausgelegt?

Die Regeln aus dieser Entscheidung

Ein Kollektivvertrag wird so verstanden, wie ihn ein Leser dem Text nach verstehen muss. Maßgeblich ist der Wortlaut, nicht das, was sich die Verhandler dabei gedacht haben. Deshalb werden Personen, die den Kollektivvertrag mitverhandelt haben, dazu auch nicht befragt.

Maßgeblich ist zuerst der Wortlaut des Kollektivvertrags im Zusammenhang mit seinen übrigen Regelungen. Was die Vertragsparteien wollten, zählt nur, soweit es im Text seinen Niederschlag gefunden hat. Ein älterer, bereits außer Kraft getretener Kollektivvertrag wird erst herangezogen, wenn der geltende Text kein eindeutiges Ergebnis liefert.

Für Ihre Einstufung in eine Verwendungsgruppe kommt es auf die Merkmale Ihrer Tätigkeit und auf den Inhalt Ihrer Arbeit an. Entscheidend ist dabei die Tätigkeit, die Sie tatsächlich vorwiegend ausüben. Im entschiedenen Fall ging es um die Einstufung einer selbständigen Referentin im Einkauf.

Der Weg durch die Instanzen

Zitierte Paragrafen

ASGG Art. 10 § 2 ArbVG § 101 ZPO Art. 41

Entscheidungstext

52 Absätze, 21.532 Zeichen · im RIS ansehen

Anfang des Textes anzeigen

Gericht

OGH

Entscheidungsdatum

29.11.2021

Geschäftszahl

8ObA58/21v

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch den Senatspräsidenten Hon.-Prof. Dr. Kuras als Vorsitzenden sowie die Hofrätin Dr. Tarmann-Prentner und den Hofrat Dr. Stefula und die fachkundigen Laienrichter Mag. Dr. Wolfgang Höfle (aus dem Kreis der Arbeitgeber) und Wolfgang Jelinek (aus dem Kreis der Arbeitnehmer) als weitere Richter in der Arbeitsrechtssache der klagenden Partei D* N*, vertreten durch Rainer-Rück-Rechtsanwälte in Innsbruck, gegen die beklagte Partei Österreichischer Rundfunk, 1136 Wien, Würzburggasse 30, vertreten durch die Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH in Wien, wegen 39.896,13 EUR brutto sA, über die außerordentliche Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Innsbruck als Berufungsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen vom 7. Juli 2021, GZ 15 Ra 41/21y-31, mit dem das Urteil des Landesgerichts Innsbruck als Arbeits- und Sozialgericht vom 15. März 2021, GZ 79 Cga 22/20h-24, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben. Die Urteile der Vorinstanzen werden dahin abgeändert, dass die Entscheidung zu lauten hat:

„Das Klagebegehren, die beklagte Partei sei schuldig, der klagenden Partei zu Handen der Klagevertreter binnen 14 Tagen brutto 39.896,13 EUR samt 8,58 % Zinsen aus brutto 646,79 EUR seit 1. 5. 2017, 646,79 EUR seit 1. 6. 2017, 646,79 EUR seit 1. 7. 2017, 646,79 EUR seit 1. 8. 2017, 646,79 EUR seit 1. 9. 2017, 646,79 EUR seit 1. 10. 2017, 646,79 EUR seit 1. 10. 2017, 646,79 EUR seit 1. 11. 2017, 646,79 EUR seit 1. 12. 2017, 659,42 EUR seit 1. 1. 2018, 659,42 EUR seit 1. 2. 2018, 824,27 EUR seit 1. 3. 2018, 824,27 EUR seit 1. 4. 2018, 680,58 EUR seit 1. 4. 2018, 824,27 EUR seit 1. 5. 2018, 824,27 EUR seit 1. 6. 2018, 824,27 EUR seit 1. 7. 2018, 824,27 EUR seit 1. 8. 2018, 824,27 EUR seit 1. 9. 2018, 824,27 EUR seit 1. 10. 2018, 824,27 EUR seit 1. 10. 2018, 824,27 EUR seit 1. 11. 2018, 824,27 EUR seit 1. 12. 2018, 840,75 EUR seit 1. 1. 2019, 840,75 EUR seit 1. 2. 2019, 840,75 EUR seit 1. 3. 2019, 840,75 EUR seit 1. 4. 2019, 832,51 EUR seit 1. 4. 2019, 840,75 EUR seit 1. 5. 2019, 840,75 EUR seit 1. 6. 2019, 840,75 EUR seit 1. 7. 2019, 840,75 EUR seit 1. 8. 2019, 840,75 EUR seit 1. 9. 2019, 840,75 EUR seit 1. 10. 2019, 840,75 EUR seit 1. 10. 2019, 840,75 EUR seit 1. 11. 2019, 840,75 EUR seit 1. 12. 2019, 849,46 EUR seit 1. 1. 2020, 867,79 EUR seit 1. 2. 2020, 867,79 EUR seit 1. 3. 2020, 867,79 EUR seit 1. 4. 2020 und 851,22 EUR seit 1. 4. 2020 zu bezahlen, wird abgewiesen.“

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit 13.492,68 EUR (darin 2.248,78 EUR USt) bestimmten Kosten des Verfahrens erster Instanz, die mit 5.210,62 EUR (darin 510,77 EUR USt und 2.146 EUR Pauschalgebühr) bestimmten Kosten des Verfahrens zweiter Instanz und die mit 5.260,74 EUR (darin 368,29 EUR USt und 3.051 EUR Pauschalgebühr) bestimmten Kosten des Verfahrens dritter Instanz binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Der vollständige Text steht im RIS (Link oben).

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