Kann ein Gericht eine Dienstrechtsregelung als verfassungswidrig vorlegen?
betrifft Arbeitnehmer, Landesbedienstete, Dienstgeber
Der Oberste Gerichtshof kann beim Verfassungsgerichtshof beantragen, eine gesetzliche Regelung als verfassungswidrig aufzuheben. Hier betrifft der Antrag bestimmte Wortfolgen im steiermärkischen Landesbedienstetenrecht in einer späteren Fassung.
Mit KI erklärt am 05.09.2026 · keine Rechtsberatung · Wo bekomme ich Hilfe? · Fehler melden
Ständige Rechtsprechung seit 2021, zuletzt bestätigt am 31.08.2022 (3 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (2021)
Der Oberste Gerichtshof stellt gemäß Art 89 Abs 2 B-VG (Art 140 Abs 1 Z 1 lit a B-VG) an den Verfassungsgerichtshof den Antrag, gemäß Art 89 Abs 3 B-VG (Art 140 Abs 4 B-VG) auszusprechen, dass
- in § 256 Abs 1 Z 2 lit b) Stmk. L-DBR idF LGBl 2011/74 die Wortfolgen „aa) bis zu drei Jahren“, „und“, „bb) bis zu weiteren drei Jahren zur Hälfte“ sowie
- in § 256 Abs 2 S 1 Stmk. L-DBR idF LGBl 2011/74 die Wortfolge „Abs. 1 Z 2 lit. b sublit aa und“
verfassungswidrig sind.
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Mit Erkenntnis vom 1.7.2022, G 59/2022-6 hat der VfGH den neuerlich zu 9 ObA 29/21w gestellten Antrag im Zusammenhang mit den Verweisungsbestimmungen des § 190 Abs 5 Stmk L-DBR idF LGBl 2007/30 und § 280 Abs 1 Stmk L-DBR idF LGBl 2003/29 abgewiesen.OGH 9 ObA 87/22t, 31.08.2022
- Der Oberste Gerichtshof stellt gemäß Art 89 Abs 2 und Abs 3 B-VG (Art 140 Abs 1 Z 1 lit a B-VG) an den Verfassungsgerichtshof den Antrag,<br/>1. auszusprechen, dass § 190 Abs 5 Stmk L-DBR idF LGBl 2007/30 und in § 280 Abs 1 Stmk L-DBR idF LGBl 2003/29 die Wortfolge „§ 256 Vorrückungsstichtag“ verfassungswidrig waren;<br/>2. in eventu,<br/>a. auszusprechen, dass § 190 Abs 5 Stmk L-DBR idF LGBl 2007/30 und in § 280 Abs 1 Stmk L-DBR idF LGBl 2003/29 die Wortfolge „§ 256 Vorrückungsstichtag“ verfassungswidrig waren und § 256 Stmk L-DBR idF LGBl 2011/74 (einschließlich der Anlage 1) als verfassungswidrig aufzuheben, sowie<br/>b. auszusprechen, dass § 193 Abs 6 Stmk L-DBR idF LGBl 2007/30 verfassungswidrig war und § 260 Abs 2 Z 2 Stmk L-DBR idF LGBl 2011/74, in § 260 Abs 3 Stmk L-DBR idF LGBl 2011/74 die Wortfolgen „oder bei einer den angeführten Einrichtungen vergleichbaren Einrichtungen nach § 256 Abs 9“ und „oder dieser vergleichbaren Einrichtung“, in § 280 Abs 1 Stmk L-DBR idF LGBl 2014/151 die Wortfolge „§ 256 Vorrückungsstichtag“ und in § 294 Stmk L-DBR idF LGBl 2011/74 in Abs 4 die Wortfolgen „der §“ und „und 256“ sowie Abs 9 und Abs 10 als verfassungswidrig aufzuheben.OGH 9 ObA 29/21m, 25.11.2021
- Mit Beschluss vom 25.6.2021, G 167/2021-4 wies der VfGH die Anträge des Obersten Gerichtshofs zu 9 Ob 29/21m aus formellen Gründen zurück. (siehe auch RS0133584).OGH 9 ObA 29/21m, 25.11.2021
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0134092 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 1 von 3.
- OGH 9 ObA 87/22t, 31.08.2022, Fall aus Steiermark
Genannte Normen
B-VG Art89 Abs2; B-VG Art89 Abs3; B-VG Art140 Abs1; Stmk L-DBR idF LGBl 2003/29 §280 Abs1; Stmk L-DBR idF LGBl 2007/30 §190 Abs5; Stmk L-DBR idF LGBl 2011/74 §256 Abs1 Z2; Stmk L-DBR idF LGBl 2011/74 §256 Abs2 S1
Verwandte Fragen
Arbeitsrecht · Anrechnung von Vordienstzeiten im Landesdienst
Arbeitsrecht · Prüfung der Kündigungsregelung durch den VfGH
Arbeitsrecht · Anrechnung von Vordienstzeiten im Landesdienst
Verfahrensrecht · Prüfung einer Verordnung durch das Gericht
Verfahrensrecht · Prüfung einer Verordnung im Haftungsprozess