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Entscheidung des Obersten Gerichtshofs (OGH) · 28.08.2018 · Fall aus Tirol

OGH 5 Ob 122/18d

Worum es ging: Kann ich klagen, obwohl der Schaden erst später eintritt?

Die Regeln aus dieser Entscheidung

Bleibt die Möglichkeit offen, dass ein schuldhaftes und rechtswidriges Verhalten für einen erst künftig eintretenden Schaden ursächlich sein könnte, haben Sie ein Interesse an der Feststellung der Haftung. Diese Möglichkeit genügt für eine Feststellungsklage.

Ja. Wenn der Sachverständige künftige Schäden nicht mit Sicherheit ausschließen kann, dürfen Sie die Haftung für spätere Folgen schon jetzt feststellen lassen. Bei Kopfverletzungen ist das nach der Erfahrung regelmäßig der Fall. Abgewiesen wird ein solches Begehren nur, wenn künftige Schäden schlechthin auszuschließen sind.

Schon die bloße Möglichkeit künftiger Schäden aus dem Unfall rechtfertigt eine Feststellungsklage. Sie verhindert, dass Ihre Ansprüche verjähren, erspart Ihnen spätere Beweisschwierigkeiten und klärt die Haftung dem Grunde und dem Umfang nach, einschließlich eines allfälligen Mitverschuldens.

Das Gericht darf Ihrem Antrag im Urteil eine klarere Fassung geben, die vom Wortlaut abweicht, solange sie inhaltlich dasselbe bedeutet. Es ist dazu sogar verpflichtet, wenn das Urteil sonst nicht vollstreckbar wäre. Mehr oder etwas anderes als das Verlangte darf es Ihnen aber nicht zusprechen.

Enthält ein Urteil etwas, das offensichtlich nicht dem entspricht, was das Gericht bei der Entscheidung wollte, kann es berichtigt werden. Das muss sich aus dem Zusammenhang und vor allem aus der Begründung ergeben. Für einen solchen Antrag gibt es keine Frist.

Der Weg durch die Instanzen

Zitierte Paragrafen

ZPO § 419 ZPO § 502 ZPO § 508a ZPO § 510

Entscheidungstext

23 Absätze, 3.748 Zeichen · im RIS ansehen

Anfang des Textes anzeigen

Gericht

OGH

Entscheidungsdatum

28.08.2018

Geschäftszahl

5Ob122/18d

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten Dr.

Jensik als Vorsitzenden sowie die Hofrätin Dr. Grohmann und die Hofräte Mag. Wurzer, Mag. Painsi und Dr. Steger als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1. E*****, 2. B*****, 3. V*****, 4. N*****, 5. E*****, 6. I*****, 7. R*****, 8. S*****, 9. und 10. A*****, 11. R*****, 12. M*****, 13. G*****, 14. E*****, 15. M*****, 16. B*****, 17. H*****, 18. R*****, 19. M*****, 20. H*****, 21. A*****, 22. W*****, 23. S*****, 24. Dr. H*****, 25. H*****, 26. C*****, 27. V*****, 28. I*****, alle *****, alle vertreten durch Hausberger, Mortiz, Schmidt Rechtsanwälte in Wörgl, gegen die beklagte Partei T*****gesellschaft mbH, *****, vertreten durch Dr. Klaus Nuener, Rechtsanwalt in Innsbruck, wegen 130.872,08 EUR sA und Feststellung (Streitwert 3.107 EUR), über die außerordentlichen Revisionen der klagenden Parteien (Revisionsinteresse 44.745,58 EUR) und der beklagten Partei (Revisionsinteresse 89.233,50 EUR) gegen das Endurteil des Oberlandesgerichts Innsbruck vom 26. April 2018, GZ 2 R 42/18w-189, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der vollständige Text steht im RIS (Link oben).

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