Sind Geschäfte ohne behördliche Erlaubnis automatisch nichtig?
betrifft Unternehmer, Konsumenten, Käufer
Geschäfte, die gegen gewerbepolizeiliche Vorschriften verstoßen, sind deshalb nicht nichtig. Sie bleiben zwischen den Beteiligten wirksam.
Mit KI erklärt am 05.09.2026 · keine Rechtsberatung · Wo bekomme ich Hilfe? · Fehler melden
Ständige Rechtsprechung seit 1953, zuletzt bestätigt am 18.07.2022 (15 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (1953)
Gegen gewerbepolizeiliche Vorschriften verstossende Geschäfte sind nicht nichtig. (vgl. SZ XIX 160).
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Hier: Geltung eines Konkurrenzverbotes nach § 7 AngG trotz fehlender gewerbe- und betriebsanlagenrechtlicher Genehmigungen für die an sich erlaubte Tätigkeit im Geschäftszweig des Dienstgebers bzw Unternehmers.OGH 8 ObA 25/22t, 18.07.2022
- Zweck der in der Gewerbeordnung enthaltenen Strafbestimmungen ist die Vermeidung solcher Tätigkeiten an sich, doch kann daraus die Nichtigkeit des einzelnen Geschäfts nicht abgeleitet werden.OGH 8 Ob 16/10a, 23.11.2010
- Wird das Entgelt aus einer derartigen Tätigkeit geltend gemacht, kann sich der Vertragspartner nicht auf die Nichtigkeit des betreffenden Geschäftes berufen. Die Rechtsfolgen einer derart rechtlich verpönten Tätigkeit liegen in nachfolgenden verwaltungsbehördlichen Strafverfahren bzw in weiteren steuerrechtlichen Folgen, die bei Geltendmachung solcher Ansprüche riskiert werden.OGH 2 Ob 289/97g, 25.03.1999
- § 40 GewO. 1973 Abs 1 und 2, Genehmigung der Verpachtung eines TransportunternehmensOGH 5 Ob 610/79, 03.07.1979
- Hier: § 196 GewO.OGH 6 Ob 571/78, 06.04.1978
Alle 6 Ergänzungen anzeigen
- Vereinbarung der Teilverpachtung einer Gewerberechtigung, die nach Verwaltungsrecht verboten ist.OGH 7 Ob 214/67, 24.01.1968
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0016770 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 1 von 15.
- OGH 8 ObA 25/22t, 18.07.2022, Fall aus Steiermark
Im Gesetz
Verwandte Fragen
Vertragsrecht · Nichtigkeit verbotener Rechtsgeschäfte
Vertragsrecht · Umgehungsabsicht als Voraussetzung der Nichtigkeit
Vertragsrecht · Gewerbevorschriften und Gültigkeit des Vertrags
Vertragsrecht · Folgen eines Formfehlers
Vertragsrecht · Fehlende Gewerbeberechtigung und Vertrag