Sind an Bedingungen geknüpfte Schritte vor Gericht überhaupt erlaubt?
betrifft Kläger, Beklagter, Antragsteller
Grundsätzlich nicht. Sie sind nur dort zulässig, wo das Verfahrensrecht selbst Anhaltspunkte dafür bietet. So darf etwa eine Klage nicht bedingt für den Fall erhoben werden, dass ein Begehren gegen eine andere Person abgewiesen wird.
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Ständige Rechtsprechung seit 1980, zuletzt bestätigt am 25.11.2020 (11 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (1980)
Bedingte Prozesshandlungen gibt es ausnahmsweise dort, wo im Prozessrecht Anhaltspunkte für deren Zulässigkeit zu finden sind.
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Hier: Ablehnung von Richtern eines Rechtsmittelsenats unter der aufschiebenden Bedingung, dass sie in einem (anderen) Rechtsmittelverfahren eine bestimmte Entscheidung treffen.OGH 1 Ob 138/21g, 21.07.2021
- Es entspricht herrschender Lehre und Rechtsprechung, dass bedingte Prozesshandlungen grundsätzlich unzulässig sind, sofern die Verfahrensgesetze nicht Ausnahmeregelungen enthalten.OGH 9 Ob 139/06s, 20.12.2006
- Ein „Eventualbegehren" für den Fall der Abweisung eines gegen eine andere Person gerichteten Klagebegehrens ist unzulässig (bedingte Erhebung einer Klage).OGH 1 Ob 201/05y, 18.10.2005
- Hier: Nichtigkeitsklage verbunden mit Wiedereinsetzungsanträgen und Widerspruch.OGH 3 Ob 563/92, 14.10.1992
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0006445 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 1 von 11.
- OGH 9 ObA 102/20w, 25.11.2020, Fall aus Wien
Im Gesetz
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