Kann ich anfechten, wenn mir wichtige Informationen verschwiegen wurden?
Mit KI erklärt am 05.09.2026 · keine Rechtsberatung · Wo bekomme ich Hilfe? · Fehler melden
Ständige Rechtsprechung seit 1980, zuletzt bestätigt am 27.02.2025 (33 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (1980)
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Die Frage, ob ein Vertrag aufgrund der behaupteten Verletzung von Aufklärungspflichten wegen Irrtums angefochten werden kann, kann in der Regel nur anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls beantwortet werden, sodass die Bedeutung dieser Frage in der Regel nicht über den Einzelfall hinausreicht.OGH 6 Ob 8/16v, 23.02.2016
- Es mangelt zwar an einer allgemeinen Rechtspflicht, den Vertragspartner über alle Umstände aufzuklären, die für die rechtsgeschäftliche Willensbildung von Bedeutung sein könnten, die vorvertragliche Aufklärungspflicht erstreckt sich jedoch auf Umstände, über die der Vertragspartner nach den durch die Verkehrsanschauung geprägten Grundsätzen des redlichen Geschäftsverkehrs eine Aufklärung erwarten kann.OGH 4 Ob 9/12w, 11.05.2012
- Für das Veranlassen eines Irrtums im Sinne des § 871 ABGB genügt schon das Unterlassen einer gebotenen Mitteilung.OGH 7 Ob 260/06w, 28.03.2007
- Ein Irrtum kann auch durch die Unterlassung einer gebotenen vorvertraglichen Aufklärung veranlasst werden.OGH 1 Ob 23/04w, 22.03.2004
- Die Aufklärungspflichten beziehungsweise Sorgfaltspflichten orientieren sich am Verkehrsüblichen.OGH 3 Ob 522/89, 12.04.1989
Alle 6 Ergänzungen anzeigen
- Bei Mietrechtsübertragung von Sub-Untermietrechten, Verschweigung, dass der Hauptmieter dem Untermieter die Vertragsaufhebung nach § 1118 ABGB erklärt und die Räumung gefordert hat und bereits ein dem Räumungsbegehren stattgebendes Urteil gefällt war.OGH 6 Ob 884/82, 24.11.1983
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0016184 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 3 von 33.
- OGH 8 Ob 146/24i, 27.02.2025, Fall aus Oberösterreich
- OGH 2 Ob 222/22v, 13.12.2022, Fall aus Steiermark
- OGH 7 Ob 156/22z, 23.11.2022
Im Gesetz
Die andere Seite
Zum selben Thema hat das Gericht auch Regeln aufgestellt, die für die Gegenseite günstig sind.
Sie können in einem Vertrag wirksam darauf verzichten, ihn später wegen eines Irrtums anzufechten. Eine solche Vereinbarung ist erlaubt und nicht sittenwidrig.
Das kann sein. Nehmen Sie weitere Lieferungen an, nachdem Sie die Irreführung über den Preis bereits entdeckt haben, kann darin ein stillschweigender Verzicht auf die Anfechtung wegen Irrtums liegen.