Kann ich der Scheidung widersprechen, obwohl wir uns einvernehmlich trennten?
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Ständige Rechtsprechung seit 1957, zuletzt bestätigt am 19.07.2023 (25 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (1957)
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Todeserklärung des Ehemannes wider besseres Wissen.OGH 1 Ob 622/78, 14.06.1978
- Der Widerspruch ist dann unbeachtlich, wenn auch der widersprechende Teil jede eheliche Gesinnung verloren hat und auch bei ihm eine wirkliche Bereitschaft zur Wiederherstellung einer dem Wesen der Ehe entsprechenden Lebensgemeinschaft nicht mehr vorhanden ist. Übertragung der Mietrechte an der Wohnung an die allein darin verbleibende Ehefrau, welche auch, wenngleich vorübergehend, geschlechtliche Beziehungen zu einem anderen Mann unterhält.OGH 6 Ob 5/74, 07.02.1974
- Erklärung der Gattin, ihren Gatten nicht mehr zu beobachten und seine Begleiterin nicht mehr wegen Ehestörung zu klagen, gegen Grundstücksübertragung.OGH 7 Ob 238/65, 12.08.1965
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0057604 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 1 von 25.
- OGH 3 Ob 123/23v, 19.07.2023, Fall aus Steiermark
Genannte Normen
EheG §55 Abs2 e2
Die andere Seite
Zum selben Thema hat das Gericht auch Regeln aufgestellt, die für die Gegenseite günstig sind.
Ob ein Scheidungsbegehren sittlich gerechtfertigt ist, hängt immer von den besonderen Umständen des einzelnen Falls ab. Zu berücksichtigen ist dabei auch, ob der beklagte Ehepartner trotz der Verfehlungen des anderen an der Ehe festhält.
Die Scheidung ist abzulehnen, wenn Ihr schweres Fehlverhalten erst durch das schuldhafte Verhalten des klagenden Ehepartners hervorgerufen wurde. Ebenso, wenn ein Zusammenhang mit dessen Verhalten besteht und die Scheidung deshalb sittlich nicht gerechtfertigt wäre. Und schließlich auch dann, wenn die Verfehlungen des Klägers unverhältnismäßig schwerer wiegen.