Wann gilt mein Darlehen an die eigene Firma als Eigenkapital?
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Ständige Rechtsprechung seit 1991, zuletzt bestätigt am 24.02.2026 (27 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (1991)
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Die ältere Rechtsprechung, die die Regelungen zum Verbot der Einlagenrückgewähr analog anwandte, ist seit Erlassung des EKEG überholt.OGH 17 Ob 14/20p, 24.11.2020
- Hier: Kreditgewährung noch vor Inkrafttreten des EKEG.OGH 8 Ob 137/09v, 21.12.2009
- Die Gewährung nichtrückzahlbarer Förderzuschüsse aus Mitteln des Landes, des Bundes und der EU bezweckten eine endgültige Kapitalzuführung an den Förderungsnehmer und sind mit einem gewährten Darlehen nicht vergleichbar.OGH 8 Ob 125/07a, 28.02.2008
- (Hier fehlende) Grundvoraussetzung für die Annahme, dass ein eigenkapitalersetzendes Gesellschafterdarlehen gewährt wurde, ist, dass der Gesellschafter der Gesellschaft Kapital aus seinem Vermögen zuschießt.OGH 8 Ob 125/07a, 28.02.2008
- Der Gesellschafter, der eine notleidend gewordene GmbH durch Gewährung von Darlehen am Leben zu halten versucht, statt ihr Eigenkapital zuzuführen, schmälert den ohnehin schon unzureichenden Haftungsfond für die übrigen Gläubiger und ist zur Darlehensgewährung regelmäßig auch nur deshalb bereit, da er sich von dem Weiterbetrieb der GmbH Vorteile verspricht. Wenngleich die Verantwortung zur ordnungsgemäßen Unternehmensfinanzierung den Gesellschafter nicht dazu verpflichtet, in der Krise fehlendes Kapital aus eigenem Vermögen nachzuschießen, kann er aber nicht zum Nachteil der übrigen Gläubiger statt dieser Finanzierungsform auf Darlehen ausweichen und damit das Finanzierungsrisiko auf diese anderen Gläubiger überwälzen.OGH 8 ObS 11/04, 22.12.2004
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- Wenn die in der Krise des Unternehmens erbrachten eigenkapitalersetzenden Gesellschafterleistungen (Gesellschafterdarlehen) oder Haftungsübernahmen (Schuldbeitritte; Bürgschaften) ausreichten, um die Befriedigung aller Gläubiger mit Ausnahme der rückforderungsberechtigten Gesellschafter zu bewirken oder sicherzustellen, durfte vor dem Inkrafttreten des GIRÄG 2003 ein Gläubiger, dessen Forderungen vom späteren Gemeinschuldner befriedigt wurden, wegen der bis dahin fehlenden höchstgerichtlichen Rechtsprechung und der divergierenden Meinungen im Schrifttum der vertretbaren Ansicht sein, dass keine rechnerische Überschuldung vorlag, sodass ihm im Anfechtungsprozess nach §31 KO keine fahrlässige Unkenntnis über einen Insolvenztatbestand angelastet werden kann. Dass bei der Prüfung der rechnerischen Überschuldung Verbindlichkeiten aus eigenkapitalersetzenden Gesellschafterleistungen nur dann nicht zu berücksichtigen sind (die Rückforderungsansprüche also auf der Passivseite der Überschuldungsbilanz nicht aufzuscheinen haben), wenn die Gesellschafter eine Rangrücktrittserklärung abgegeben haben, wurde vom Gesetzgeber erst durch den mit dem GIRÄG 2003 neu geschaffenen Abs 3 des §67 KO klargestellt.OGH 6 Ob 282/03v, 19.02.2004
- Den die Darlehensforderung bekämpfenden Masseverwalter trifft auch die Behauptungslast und Beweislast für die "Gesellschafterstellung" des Darlehengebers, wobei der Anscheinsbeweis zur Anwendung gelangt; der Nachweis des späteren Wegfalles dieser Stellung trifft dann den Darlehensgeber.OGH 8 Ob 259/02z, 28.08.2003
- Hier: Nur teilweiser Eigenkapitalersatz bezüglich stehen gelassener Überstundenansprüche; hingegen wurde das laufende Entgelt regelmäßig gezahlt.OGH 8 ObS 200/02y, 07.11.2002
- Im Falle nachrangiger Darlehen iSd § 23 Abs 1 und 8 BWG wird der eigenkapitalersetzende Charakter des Darlehens ausdrücklich vereinbart.OGH 8 Ob 296/01i, 18.04.2002
- Auch die Stundung von Geldforderungen kann eine dem Eigenkapital ersetzenden Gesellschafterdarlehen gleichwertige Art der Zuführung von Liquidität an die Gesellschaft sein, wenn die sonst für die Eigenkapital ersetzenden Gesellschafterdarlehen geforderten Voraussetzungen vorliegen, insbesondere eine bestimmte Finanzierungsabsicht dahinter stand.OGH 7 Ob 366/98v, 23.11.1999
- Bei der Beurteilung der Frage der Kreditfähigkeit kommt es auf die konkrete Finanzierungslage der Gesellschaft wie Bilanzansätze, Ertragskraft, noch verfügbare Sicherheiten, vor allem aber auch auf das konkrete Darlehen, seine Laufzeit, seinen Umfang und die Art der Besicherung sowie auf die Finanzpläne der Gesellschaft an. Anhand dieser Daten ist (ex ante) aus der Sicht des für die Qualifizierung des Darlehens maßgeblichen Zeitpunktes der Gewährung zu beurteilen, ob auch die Hausbank oder ein sonstiger, der Gesellschaft nicht als Mitglied verbundener Kreditgeber, das fragliche Darlehen gewährt hätte. Die Beweislast, dass es sich um ein Eigenkapital ersetzendes Gesellschafterdarlehen handelt, trifft denjenigen, der für sich daraus günstige rechtliche Schlüsse ableiten will.OGH 7 Ob 366/98v, 23.11.1999
- Einem im Zeitpunkt der Kreditunfähigkeit gewährten Gesellschafterdarlehen sind Finanzplankredite gleichzustellen; Finanzplankredite sind Gesellschafterdarlehen, die planvoll als Eigenkapitalersatz gegeben werden.OGH 4 Ob 344/97k, 25.11.1997
- Hier: Stehenlassen von Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis durch einen Arbeitnehmer einer GmbH, der zugleich auch deren Gesellschafter, nicht aber Geschäftsführer ist.OGH 8 Ob 254/97d, 30.10.1997
- Zusammenfassung der bisherigen Judikatur unter Hinweis auf die maßgebliche österreichische und deutsche Literatur.OGH 8 Ob 254/97d, 30.10.1997
- Es bedarf aber nicht der positiven Kenntnis der kritischen Lage der Gesellschaft voraussetzenden Finanzierungsabrede (so ein Teil der deutschen Lehre und 8 Ob 28/93, 1 Ob 568/95), vielmehr reicht Kennenmüssen (Kennenkönnen) aus.OGH 8 Ob 254/97d, 30.10.1997
- Hier: Stiller Gesellschafter stellt dem Firmenanwalt der Gesellschaft als Treuhänder einen Geldbetrag von S 1,000.000,- zur Begleichung der offenen Dienstnehmerforderungen gegen Zession der Ansprüche gegen den Insolvenz-Ausfallgeld-Fonds zur Verfügung.OGH 8 ObS 2107/96b, 12.09.1996
- Es ist darunter nicht nur die Gewährung eines Darlehens an die Gesellschaft durch den Gesellschafter zu verstehen, sondern auch eine andere Rechtshandlung des Gesellschafters, die der Darlehensgewährung wirtschaftlich entspricht. Weiters nur eine Darlehensgewährung, die unter einer Finanzsituation erfolgt, bei der ein Gesellschafter, der dem Unternehmen neues Kapital zuführen will, bei Anlegung des Maßstabes ordnungsgemäßer Unternehmensfinanzierung hiefür Eigenkapital bzw eigenkapitalersetzendes Risikokapital einzusetzen gehabt hätte. Als maßgebliches Kriterium wird hiefür die Kreditunwürdigkeit der Gesellschaft im Zeitpunkt der Kreditgewährung angesehen (mit einer Zusammenfassung der bisherigen Judikatur).OGH 8 ObS 2107/96b, 12.09.1996
- Hier: Ein zur Krisenfinanzierung bestimmter Finanzplankredit.OGH 8 Ob 2148/96g, 29.08.1996
- Auch das Belassen (" Stehenlassen") von Fremdmitteln im Gesellschaftsvermögen kann eine eigenkapitalersetzende Finanzierungsentscheidung sein. Dazu ist es erforderlich, dass der Anspruch des Gesellschafters gegen die Gesellschaft über den Zeitpunkt hinaus, von dem an ordentlich Kaufleute der Gesellschaft Eigenkapital zugeführt hätten, weil sie zu marktüblichen Bedingungen am Kapitalmarkt kein Fremdkapital mehr ohne Besicherung durch Gesellschaft oder Dritte bekommen hätte, bewusst nicht geltend gemacht wurde. Weiters, dass die Gesellschaft bereits zu irgendeinem Zeitpunkt vor der Konkurseröffnung kreditunwürdig war und damals die der Gesellschaft gewährten Kredite "stehengelassen" bzw die gegen die bestehenden Forderungen gestundet wurden.OGH 8 Ob 28/93, 22.12.1993
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0060065 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 1 von 27.
- OGH 6 Ob 237/24g, 24.02.2026, Fall aus Tirol
Genannte Normen
GmbHG §74
Die andere Seite
Zum selben Thema hat das Gericht auch Regeln aufgestellt, die für die Gegenseite günstig sind.
Ein Rückgriff gegen den eigentlichen Schuldner setzt voraus, dass Sie bereits gezahlt haben. Vorher können Sie den Ersatz nicht verlangen.
Was verjährt ist, können Sie auch nicht mit der Begründung fordern, die andere Seite sei dadurch bereichert. Wann die Verjährung zu laufen beginnt, richtet sich nach objektiven Umständen. Ein Irrtum auf Ihrer Seite schiebt den Beginn nicht hinaus.