Kann ein Maklervertrag ohne Unterschrift entstehen?
günstig für Makler betrifft Auftraggeber, Käufer, Mieter, Immobilienmakler
Ein Auftrag an einen Immobilienmakler kann auch stillschweigend erteilt werden. Das ist anzunehmen, wenn Sie wissen, dass der Makler für Sie tätig wird, und Sie dem nicht widersprechen.
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Ständige Rechtsprechung seit 1960, zuletzt bestätigt am 23.06.2025 (57 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (1960)
Stillschweigende Auftragserteilung ist anzunehmen, wenn der Interessent die vom Gewerbsmäßigen Realitätenvermittler für ihn entfaltete Tätigkeit kennt und ihr nicht widerspricht.
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Hier: Beklagte suchten eine Wohnung, die Klägerin (Makler) wusste davon. Im Ergebnis offengelassen, ob ein Maklervertrag zustande gekommen ist.OGH 4 ob 182/23b, 26.04.2024
- Eine auf den Abschluss eines Maklervertrags gerichtete (konkludente) Willenserklärung kann etwa darin liegen, dass jemand in Kenntnis der Provisionserwartung des Maklers dessen Vermittlungstätigkeit nicht widerspricht und aus ihr schließlich durch Abschluss eines Vertrags Nutzen zieht.OGH 1 Ob 106/03z, 27.05.2003
- Wenn der Geschäftsherr erkennen kann, dass er die Dienste des Vermittlers als entgeltliche und von ihm zu vergütende Leistung in Anspruch nimmt. Dies gilt dann nicht, wenn der Makler erkennbar bereits für einen anderen Auftraggeber handelt, sodass sich der Immobilienmakler daher seinen Provisionsanspruch durch einen Hinweis auf seine Provisionserwartung wahren muss.OGH 1 Ob 204/98a, 28.07.1998
- Es darf mit Überlegung aller Umstände kein vernünftiger Grund, an der Zustimmung zum Vertragsschluss zu zweifeln, übrig bleiben. Zweifel, ob eine schlüssige Auftragserteilung erfolgt sei, gehen stets zu Lasten des Maklers, der für das Zustandekommen des Vermittlungsauftrages beweispflichtig ist.OGH 1 Ob 604/93, 19.10.1993
- Wenn er eine solche Vermittlungstätigkeit duldet oder sich der Tätigkeit des Vermittlers nutzbringend bedient, um den gewünschten Erfolg herbeizuführen.OGH 3 Ob 616/81, 20.01.1982
Alle 8 Ergänzungen anzeigen
- Hier: Geschäftsführer einer GmbH.OGH 1 Ob 556/81, 08.04.1981
- Für den Geschäftsherrn muss wenigstens erkennbar sein, dass er eine Vermittlungstätigkeit in Anspruch nimmt.OGH 1 Ob 244/67, 07.12.1967
- Provisionsanspruch gegenüber einem anderen, der das Kaufobjekt erwarb.OGH 7 Ob 10/66, 23.02.1966
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0062658 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 4 von 57.
- OGH 8 Ob 74/25b, 23.06.2025, Fall aus Oberösterreich
- OGH 9 Ob 65/24k, 29.04.2025, Fall aus Wien
- OGH 4 Ob 160/24v, 22.10.2024, Fall aus Wien
- OGH 4 ob 182/23b, 26.04.2024, Fall aus Wien
Genannte Normen
HVG §29 IId
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