Zählt bei Werbung der genaue Wortlaut oder der erste Eindruck?
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Ständige Rechtsprechung seit 1961, zuletzt bestätigt am 19.12.2023 (85 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (1961)
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Hier: Werbung für "Smartphones um 0 Euro".OGH 4 Ob 76/24s, 17.12.2024
- Hier: Werbung mit Druckauflage.OGH 4 Ob 122/15t, 20.10.2015
- Nichts geändert hat die UWG-Novelle 2007 an der Rechtsprechung, wonach eine Ankündigung nach ihrem Gesamteindruck zu beurteilen ist.OGH 4 Ob 245/07v, 08.04.2008
- Dabei kommt es nach der Rechtsprechung des EuGH (C-44/01 = ÖBl 2003/79 - Brillen-Preisvergleiche II) im Bereich der vergleichenden Werbung auf die „mutmaßliche Erwartung eines durchschnittlich informierten, aufmerksamen und verständigen Durchschnittsverbrauchers" an.OGH 4 Ob 164/05d, 04.10.2005
- "PM" Gutscheine für Gratiskleininserat.OGH 4 Ob 68/93, 21.09.1993
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- Mit der Realität zu vergleichen ist demnach nicht der objektive Inhalt der Behauptung, sondern die durch sie bei den beteiligten Verkehrskreisen ausgelöste Vorstellung.OGH 4 Ob 113/91, 22.10.1991
- Holland-BlumenmarktOGH 4 Ob 70/90, 30.05.1990
- Der Durchschnittsinteressent pflegt eine geschäftliche Ankündigung weder genau, vollständig und kritisch zu würdigen noch grammatikalische und philologische Überlegungen anzustellen. -"Iranische Orientteppiche Handelsgesellschaft mbH".OGH 4 Ob 123/88, 07.02.1989
- Anti-ZahnsteinOGH 4 Ob 98/88, 29.11.1988
- Handelsregister-Datenbank.OGH 4 Ob 351/87, 29.09.1987
- In nicht wenigen Fällen wird außerdem das Fehlen einer entsprechenden Kenntnis von Fremdwörtern ein Erfassen der Bedeutung dieser beanstandeten Ankündigung in ihrem Zusammenhang verhindern.OGH 4 Ob 402/83, 13.12.1983
- Fototasche obligat.OGH 4 Ob 402/83, 13.12.1983
- Das Publikum nimmt eine besondere Leistung gerade nur des - mit dem vermeintlichen Vorteil werbenden - Herstellers an.OGH 4 Ob 384/83, 20.09.1983
- Vorteilspreis im Fotohandel.OGH 4 Ob 334/83, 26.04.1983
- First city's Balletshop.OGH 4 Ob 411/82, 18.01.1983
- Nacht- und Tag koffeinfreier Schonkaffee.OGH 4 Ob 356/82, 13.07.1982
- Movie 20OGH 4 Ob 311/82, 16.03.1982
- Flasch-GordonOGH 4 Ob 418/81, 01.12.1981
- ALVORADO Schonkaffee - auf natürliche Weise von Koffein ... befreit.OGH 4 Ob 389/81, 29.09.1981
- Ein solcher unrichtiger Eindruck kann auch dann entstehen, wenn der Werbende etwas Selbstverständliches betont und damit auf Umstände hinweist, die bei allen Wettbewerbern und allen Konkurrenzerzeugnissen vorliegen müssen. Entscheidend für die Annahme eines Wettbewerbsverstoßes ist in solchen Fällen, dass durch die in der Ankündigung erfolgte Betonung eines solchen selbstverständlichen Umstandes eine Irreführung der angesprochenen Verkehrskreise erfolgt (Instantlimonade - "ohne Konservierungsmittel").OGH 4 Ob 406/80, 17.02.1981
- Auslegung der Worte "Materialteuerungszuschlag abgeschafft!".OGH 4 Ob 351/80, 18.09.1980
- References to the beatle.OGH 4 Ob 309/80, 04.03.1980
- Saturday Night Disco Fever.OGH 4 Ob 320/79, 27.03.1979
- Guhl-Laboratorien Zürich.OGH 4 Ob 347/78, 28.11.1978
- Tennengauer Bestattung.OGH 4 Ob 363/77, 12.07.1977
- Ankündigung: "Beim Kauf eines Farbfernsehers drei Jahre Garantie ...".OGH 4 Ob 316/77, 08.03.1977
- Billigpreisankündigung Teppiche.OGH 4 Ob 396/76, 14.12.1976
- Der durch Blickfang herausgestellte Gesamteindruck "Kürbissalatöl".OGH 4 Ob 379/76, 15.11.1976
- Preiskürzung "um die sechzehnprozentige MWSt".OGH 4 Ob 305/76, 03.02.1976
- Patent angemeldet.OGH 4 Ob 346/75, 18.11.1975
- SchweißtechnikOGH 4 Ob 329/75, 23.09.1975
- EDV-FormulareOGH 4 Ob 330/75, 23.09.1975
- Zu Hause Karriere.OGH 4 Ob 315/75, 29.04.1975
- Parten eines Bestattungsunternehmens.OGH 4 Ob 368/74, 14.01.1975
- Austro-Service ......OGH 4 Ob 330/74, 01.10.1974
- Verlag für Mundmalerei und Fußmalerei.OGH 4 Ob 337/74, 24.09.1974
- Club im Club.OGH 4 Ob 304/74, 19.03.1974
- Dieser Grundsatz gilt nicht bloß im Erkenntnisverfahren sondern auch im Exekutionsverfahren (hier § 36 Abs 1 Z 1 EO).OGH 3 Ob 30/74, 05.03.1974
- Bügeleisen-RabattOGH 3 Ob 30/74, 05.03.1974
- AlarmrevolverOGH 4 Ob 318/73, 26.06.1973
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0078470 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 1 von 85.
- OGH 4 Ob 80/23b, 19.12.2023, Fall aus Wien
Genannte Normen
UWG §2 C2a
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Zum selben Thema hat das Gericht auch Regeln aufgestellt, die für die Gegenseite günstig sind.
Vertreten Sie eine Ansicht, die nach dem Wortlaut des Gesetzes immerhin vertretbar ist, handeln Sie nicht unlauter, auch wenn die Gerichte diese Ansicht später nicht teilen. Entscheidend ist, ob die Auffassung vom Gesetz so weit gedeckt ist, dass sie mit gutem Grund vertreten werden konnte.
Wer wirbt, muss nicht von sich aus auf Nachteile der eigenen Ware hinweisen. Verschweigt ein Unternehmen aber etwas, worüber die Kunden Aufklärung erwarten durften, kann das eine Irreführung sein. Den Zeitpunkt der Herstellung oder Anschaffung muss die Werbung nicht angeben.