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Entscheidung des Obersten Gerichtshofs (OGH) · 03.10.2018 · Fall aus Vorarlberg

OGH 5 Ob 74/18w

Worum es ging: Kann ein Raum mir allein gehören, durch den andere müssen?

Die Regeln aus dieser Entscheidung

Teile des Hauses, die andere mitbenützen müssen, um ihre eigenen oder gemeinsamen Rechte ausüben zu können, sind allgemeine Teile der Liegenschaft. An ihnen kann kein Wohnungseigentum begründet werden. Geschieht es doch, sind die Widmung, die Nutzwertfestsetzung und die darauf aufbauenden Eintragungen nichtig.

Ja. Wurde bei der Festsetzung der Nutzwerte gegen zwingende Grundsätze verstoßen und ist sie deshalb nichtig, kann jeder Miteigentümer oder Wohnungseigentumsbewerber eine gerichtliche Neufestsetzung beantragen. Dieser Antrag ist an keine Frist und an keine Bagatellgrenze gebunden.

Ob eine Fläche allen Miteigentümern gemeinsam gehört, hängt allein von ihrem Zweck auf der Liegenschaft ab. Verbindet ein Weg die einzigen Gemeinschaftsflächen miteinander, ist er ein allgemeiner Teil der Liegenschaft. Daran ändert sich nichts, wenn man diese Flächen auch über eine öffentliche Straße erreichen könnte, selbst wenn dieser Umweg kürzer oder bequemer wäre.

Der Weg durch die Instanzen

Zitierte Paragrafen

AußStrG § 71 MRG § 37 WEG 2002 § 18 WEG 2002 § 2 WEG 2002 § 38 WEG 2002 § 52 WEG 2002 § 9

Entscheidungstext

34 Absätze, 12.906 Zeichen · im RIS ansehen

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Gericht

OGH

Entscheidungsdatum

03.10.2018

Geschäftszahl

5Ob74/18w

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Dr. Jensik als Vorsitzenden sowie die Hofrätin Dr. Grohmann und die Hofräte Mag. Wurzer, Mag. Painsi und Dr. Steger als weitere Richter in der wohnrechtlichen Außerstreitsache der Antragsteller 1. K*****, 2. K*****, 3. R*****, 4. A*****, 5. S*****, 6. Mag. T*****, 7. M*****, 8. C*****, 9. A*****, 10. S*****, 11. S*****, 12. K*****, 13. I*****, 14. M***** GmbH, *****, 15. B*****, 16. K*****, 17. B*****, 18. Mag. E*****, 19. Mag. C*****, 20. M*****, 21. B*****, 22. A*****, 23. M*****, 24. J*****, 25. C*****, 26. M*****, alle vertreten durch Dr. Karl Schelling, Rechtsanwalt in Dornbirn, 27. H*****, 28. P*****, gegen die Antragsgegner 1. R***** GmbH, *****, 2. E*****, beide vertreten durch Rechtsanwälte Mandl GmbH in Feldkirch, wegen § 52 Abs 1 Z 1 iVm § 9 Abs 2 Z 1 WEG, über den Revisionsrekurs der Antragsgegner gegen den (Sach-)Beschluss des Landesgerichts Feldkirch als Rekursgericht vom 6. Februar 2018, GZ 1 R 27/18f-17, mit dem der Sachbeschluss des Bezirksgerichts Bezau vom 22. Dezember 2017, GZ 3 Msch 1/17y-13, bestätigt wurde, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Revisionsrekurs wird zurückgewiesen.

Der vollständige Text steht im RIS (Link oben).

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