Muss ich bei der Teilungsklage einen Teilungsvorschlag machen?
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Ständige Rechtsprechung seit 1960, zuletzt bestätigt am 20.02.2020 (22 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (1960)
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Enthält das Teilungsurteil nicht schon die näheren Bestimmungen über die Teilung, so ist diese Entscheidung vom Exekutionsrichter nach einem kontradiktorischen Verfahren zu treffen.OGH 3 Ob 214/07b, 27.11.2007
- Auch an im Exekutionsverfahren erstattete Teilungsvorschläge ist das Gericht nicht gebunden.OGH 3 Ob 52/02x, 26.06.2002
- Auch im Exekutionsantrag nach § 351 EO muss kein Teilungsvorschlag gemacht werden.OGH 3 Ob 52/02x, 26.06.2002
- Das Prozessgericht hat über solche bestimmten Teilungsvorschläge zu verhandeln und darf sodann im Urteil auch eine andere als die vorgeschlagene Art der Teilung verfügen (SZ 33/8, 43/31; EvBl 1960/352; MietSlg 34.083; 36.056; 38.046/11).OGH 5 Ob 23/00v, 13.07.2000
- Der Titel kann wohl nähere Angaben darüber enthalten, an die auch das Exekutionsgericht gebunden ist, dies ist jedoch nicht notwendig, weil die Entscheidung dieser Fragen auch vom Exekutionsrichter getroffen werden kann.OGH 5 Ob 23/00v, 13.07.2000
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- Es reicht aus, wenn das Urteil auf körperliche Teilung lautet (MietSlg 34.083).OGH 5 Ob 23/00v, 13.07.2000
- Das Gericht ist an dennoch erstattete Teilungsvorschläge nicht gebunden.OGH 1 Ob 521/96, 26.07.1996
- Erklärt die Klägerin im Teilungsprozess ausdrücklich, ihren vorprozessualen Teilungsvorschlag nicht zum Gegenstand diese Rechtsstreites und auch keinen anderen Teilungsvorschlag zu machen, und beschränkt sich die Beklagte den vorprozessualen Teilungsvorschlag der Klägerin als unvollständig und unannehmbar zu bezeichnen, ohne ihrerseits einen Teilungsvorschlag zu erstatten, dann hat das Gericht keinen Anlass, die Parteien zu Teilungsvorschlägen aufzufordern, über solche Vorschläge zu verhandeln und im Urteil über die nähere Art der Naturalteilung zu entscheiden.OGH 3 Ob 525/86, 05.03.1986
- § 351 EO schreibt ohnedies genau vor, wie die durch einen vollstreckbaren Titel angeordnete Teilung von Liegenschaften durzuführen ist.OGH 8 Ob 536/81, 11.03.1982
- Auch der Beklagte kann einen Teilungsvorschlag erstatten.OGH 6 Ob 22/70, 04.02.1970
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0004270 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 2 von 22.
- OGH 5 Ob 198/19g, 20.02.2020, Fall aus Wien
- OGH 8 Ob 150/18v, 19.12.2018, Fall aus Vorarlberg
Im Gesetz
- Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB) § 841
- Exekutionsordnung (EO) § 351 · Aufhebung einer Gemeinschaft
- Zivilprozessordnung (ZPO) § 405
Die andere Seite
Zum selben Thema hat das Gericht auch Regeln aufgestellt, die für die Gegenseite günstig sind.
Nicht immer, aber oft. Grundsätzlich muss eine Klage auf körperliche Teilung keinen Vorschlag enthalten. Erscheint eine solche Teilung aber unwahrscheinlich, etwa bei einem landwirtschaftlichen Betrieb mit unterschiedlich gutem Boden und mit Inventar, müssen Sie zumindest mit einem konkreten Vorschlag zeigen, dass sie ohne wesentlichen Wertverlust möglich ist.
Nein. Haben sich die Miteigentümer bindend über die Teilung geeinigt, steht diese Vereinbarung einer gerichtlichen Teilung entgegen. Verweigert aber ein Miteigentümer die vereinbarte Mitwirkung überhaupt, etwa die Wahl eines Teils nach einem Teilungsvorschlag, ist die Vereinbarung kein Hindernis mehr.