Darf ein Urteil aufgehoben werden, damit Neues besprochen wird?
betrifft Kläger, Beklagter, Prozessparteien
Ein Urteil der ersten Instanz darf nicht nur deshalb aufgehoben werden, damit über Umstände gesprochen wird, die bisher niemand behauptet hat. Der Prozess bleibt auf das beschränkt, was die Parteien vorgebracht haben.
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Ständige Rechtsprechung seit 1953, zuletzt bestätigt am 29.08.2023 (51 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (1953)
Es ist unzulässig, nur zu dem Zwecke ein erstrichterliches Urteil aufzuheben, um Erörterungen über Tatsachen zu veranlassen, die im bisherigen Verfahren nicht behauptet worden sind.
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Ein Feststellungsmangel setzt voraus, dass entsprechende erstinstanzliche Prozessbehauptungen vorliegen.OGH 5 Ob 211/09d, 13.10.2009
- Eine Anleitungspflicht besteht nur dort nicht, wo vom Kläger nicht einmal im Ansatz ein bestimmter Rechtsgrund geltend gemacht wird, immer aber dann, wenn es um die Ergänzung eines unvollständigen Vorbringens geht, also um eine Undeutlichkeit in den Einzelheiten.OGH 7 Ob 149/03t, 05.08.2003
- Wurde ein bestimmter Sachverhalt nicht behauptet, bildet die Unterlassung entsprechender Feststellungen keinen Verfahrensmangel.OGH 2 Ob 102/01s, 16.05.2001
- Kein Feststellungsmangel im erstgerichtlichen Urteil, wenn es zu überschießenden Beweisergebnissen an einem Vorbringen der hiefür beweispflichtigen Partei mangelt.OGH 1 Ob 557/92, 01.04.1992
- Dies gilt auch in Sozialrechtssachen mit den Besonderheiten, die sich aus der im § 39 Abs 2 Z 1 ASGG festgelegten erweiterten Anleitungspflicht ergeben.OGH 10 ObS 332/90, 20.11.1990
Alle 6 Ergänzungen anzeigen
- Eine Aufhebung zu dem Zweck, einer Partei die Nachholung eines bisher versäumten Vorbringens und das Anbot neuer Beweise zu ermöglichen, ist nicht zulässig.OGH 6 Ob 599/81, 16.12.1981
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0042444 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 4 von 51.
- OGH 5 Ob 86/23t, 29.08.2023, Fall aus Wien
- OGH 6 Ob 67/21b, 12.05.2021, Fall aus Salzburg
- OGH 8 ObA 54/18a, 16.12.2019, Fall aus Oberösterreich
- OGH 9 ObA 13/18d, 21.03.2018, Fall aus Steiermark
Im Gesetz
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