Wer muss beweisen, dass der Arzt einen Fehler machte?
günstig für Patient betrifft Patienten, Ärzte, Krankenhäuser, Kläger, Beklagte
Wenn Sie Schadenersatz wegen einer ärztlichen Behandlung fordern, müssen Sie einen Behandlungsfehler beweisen oder zumindest, dass ein solcher sehr wahrscheinlich vorliegt. Gelingt Ihnen das, muss die Gegenseite beweisen, dass den behandelnden Arzt kein Verschulden trifft.
Mit KI erklärt am 05.09.2026 · keine Rechtsberatung · Wo bekomme ich Hilfe? · Fehler melden
Ständige Rechtsprechung seit 1956, zuletzt bestätigt am 27.01.2026 (44 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (1956)
Der Schadenersatz begehrende Kläger muss das Vorliegen oder doch einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines ärztlichen Kunstfehlers beweisen. Sodann hat die beklagte Partei die Schuldlosigkeit des Operateurs zu beweisen (Strumaoperation, Entfernung der Epithelkörperchen).
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Hier: Psychotherapeutischer Behandlungsvertrag.OGH 4 Ob 172/17y, 24.10.2017
- Hier: Fehldiagnose.OGH 1 Ob 244/16p, 31.01.2017
- Steht ein Behandlungsfehler objektiv fest, kehrt sich gemäß § 1298 ABGB die Beweislast für das Verschulden des Verursachers um.OGH 8 Ob 93/15g, 29.09.2015
- Hier: Behauptete Verletzung im Zuge einer Fußpflege.OGH 3 Ob 233/13f, 19.12.2013
- Es ist das reduzierte Beweismaß einer bloß „deutlich überwiegenden" Wahrscheinlichkeit anzulegen.OGH 7 Ob 255/07m, 12.12.2007
Alle 14 Ergänzungen anzeigen
- Die Frage nach der Verteilung der Beweislast bei Unterlassung einer Dokumentation kann erst dann bedeutsam werden, wenn die für den Verfahrensausgang als wesentlich erachteten Tatsachen nicht festgestellt werden können.OGH 6 Ob 37/06v, 06.04.2006
- Den Beweis des Vorliegens eines Behandlungsfehlers hat der Patient zu führen.OGH 6 Ob 37/06v, 06.04.2006
- Bleibt die gewählte Maßnahme hinter dem in Fachkreisen anerkannten Standard der besten Vorsorge vor unbeabsichtigter Schädigung durch Nebenwirkungen der Operation zurück, dann hat der Krankenhausträger den Beweis der Schuldlosigkeit zu erbringen.OGH 6 Ob 3/98d, 29.10.1998
- Für den Kausalitätsbeweis reicht wegen der besonderen Schwierigkeit eines exakten Beweises der Anscheinsbeweis durch den Patienten aus.OGH 6 Ob 3/98d, 29.10.1998
- Dies gilt auch, wenn nicht ein Spitalsarzt, sondern ein in der Krankenanstalt tätiger Physiotherapeut (oder eine Physiotherapeutin) nicht nach Maßgabe der Wissenschaft und Erfahrung vorgegangen ist oder die übliche Sorgfalt eines ordentlichen pflichtgetreuen Durchschnittsphysiotherapeuten in der konkreten Situation vernachlässigt hat.OGH 10 Ob 2348/96h, 03.09.1996
- Den Beweis des Vorliegens eines Behandlungsfehlers und seiner Kausalität in Bezug auf den eingetretenen Schaden hat im Sinne der allgemeinen Schadenersatzregeln grundsätzlich der Patient zu führen.OGH 4 Ob 554/95, 07.11.1995
- Ansteckung eines Kindes während eines Krankenhausaufenthaltes mit einem gefährlichen Krankheitserreger.OGH 2 Ob 538/92, 17.06.1992
- Beklagte ist beweispflichtig für Mangel der Kausalität der dem Chirurgen bei der Operationsvorbereitung unterlaufenen Leichtfertigkeit, die die Gefahr eines Operationsfehlschlages erhöhte.OGH 6 Ob 688/90, 20.12.1990
- Hier: Intravenöse Injektion von Zytostatika, die ins Gewerbe eindringen.OGH 7 Ob 648/89, 09.11.1989
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0026412 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 3 von 44.
- OGH 9 Ob 113/25w, 27.01.2026, Fall aus Oberösterreich
- OGH 9 Ob 80/24s, 22.01.2025, Fall aus Oberösterreich
- OGH 9 Ob 12/23i, 27.09.2023, Fall aus Tirol
Im Gesetz
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