OGH 5 Ob 207/16a
Worum es ging: Wie werden die Anteile an einer Wohnanlage festgelegt?
Die Regeln aus dieser Entscheidung
Die Nutzwerte werden in einem eigenen Verfahren festgesetzt, das nur auf Antrag beginnt, in dem die Beteiligten aber nichts frei vereinbaren können. Festgesetzt wird für alle Objekte der Liegenschaft, die als Wohnungseinheit in Betracht kommen, und zwar nach der Rechtslage und der jeweiligen Widmung.
Nein. Die Festsetzung der Nutzwerte sagt grundsätzlich nichts darüber aus, wem Rechte an den einzelnen Räumen zustehen. Sie findet oft schon vor der Bauführung oder vor dem Verkauf der Wohnungen statt. Auch eine neue Festsetzung schafft keinen eigenen Rechtsgrund für eine Nutzung.
Grundsätzlich setzt die neue Festsetzung des Nutzwerts voraus, dass sich der Sachverhalt nachträglich geändert hat. Es genügt aber auch, dass der wahre Sachverhalt erst später hervorkommt, weil er dem Gericht oder der Schlichtungsstelle bei der ersten Festsetzung verborgen geblieben ist.
Grundlage für die Festsetzung der Nutzwerte ist die konkrete Widmung des Objekts, wie sie der geltenden Rechtslage entspricht. Diese Rechtslage muss das Gericht von sich aus als Vorfrage prüfen.
Wurde bei der Berechnung der Nutzwerte gegen zwingende Grundsätze verstoßen, können Sie deshalb jederzeit eine neue gerichtliche Festsetzung beantragen. Eine Frist läuft dafür nicht ab. Das gilt auch, wenn die Abweichung erst durch eine spätere Änderung entstanden ist oder erst nachträglich hervorgekommen ist.
Was zu Ihrem Wohnungseigentumsobjekt gehört und was Sie allein nutzen dürfen, ergibt sich aus der Widmung, die dem Wohnungseigentumsvertrag zugrunde liegt. Die Festsetzung der Nutzwerte schafft dafür keinen eigenen Rechtsgrund. Sie bildet die Widmung nur nach.
Der Weg durch die Instanzen
- Landesgericht Salzburg als Rekursgericht, 24.08.2016, 22 R 209/16p-37
Zitierte Paragrafen
ABGB § 863 AußStrG § 62 AußStrG § 71 MRG § 37 WEG 2002 § 16 WEG 2002 § 52
Entscheidungstext
22 Absätze, 7.181 Zeichen · im RIS ansehen
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Gericht
OGH
Entscheidungsdatum
01.03.2017
Geschäftszahl
5Ob207/16a
Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Dr. Hradil als Vorsitzenden sowie die Hofrätin Dr. Grohmann und die Hofräte Mag. Wurzer, Mag. Painsi und Dr. Steger als weitere Richter in der außerstreitigen Wohnrechtssache der Antragsteller 1. L* OEG, *, 2. B* S*, 3. S* R* P*, 4. M* S*, 5a. D* H*, b. Dr. F* H*, beide *, 6. U* F*, 7. L* D*, 8. B* G*, 9. M* S*, 10. H* H*, 11. J* K*, 12. DI R* B*, 13. M* H*, 14. E* L*, 15. Sparkasse R* Anstalt des öffentlichen Rechts, *, 16. M* L*, 17. R* L*, 18. S* K*, 19. S* B*, 20. H* B* M*, 21. D* L*, 22. H* OEG, *, 23a. DI M* B*, b. R* B*, beide *, 24. C* F*, 25. K* F*, 26. H* R*, 27. G* E*, 28. DI H* L*, 29. W* E*, 30. W* OEG, *, 31. Dr. B* R*, 32. N* A. S* e/v S*, 33. H* H*, 34. H* K*, 35. R* W*, 36. M* J* B*, 37. A* F*, 38. B* D*, 39. K* S*, 40a. O* H*, b. G* H*, beide *, 41. A* P*, 42. U* M*, 43. L* K*, 44. Dr. H* K*, 45. J* J*, 46. I* T*, 47. Dr. H* T*, 48. M* S*, 49. A* V*, 50. D* P*, 51. S* D*, 52a. H* F*, b. R* F*, beide *, 53. M* H*, 54. M* M*, 55. A* F*, 56. H* P*, 57. Mag. M* D*, 58. DI J* K*, 59. R* K*, 60. Dkfm. R* S*, 61. J* R*, 62. D* R* B*, 63. G* B*, 64. A* v*, 65. Mag. B* T*, 66a. H* R* O* D*, b. M* M* D*, beide *, 67. G* F* H*, 68. U* L*, 69a. O* S*, b. Dr. S* S*, 70.a Ing. P* S*, b. I* S*, beide *, 71a. K* B*, b. B* B*, beide *, 72a. F* D* S*, b. S* S*, beide *, 73. F* H*, 74. Dr. A* L*, 75a. K* S*, b. U* S*, beide *, 76a. K* K*, b. C* K*, beide *, 77. C* R*, 78. V* N*, 79. G* S* K*, 80. W* K* K*, 81a. H* S*, b. C* S*, 82a. Hofrat Mag. H* S*, b. Prof. Mag. W* S*, 83. M* K*, 84. E* U*, 85.a Dr. H* M*, b. K* R*, beide *, 86a. K* K*, b. H* K*, beide *, 87. K* H*, 88a. C* J* A* H*, b. G* M* P* H*, 89. M* e.V., *, 90a. A* G*, b. T* L*, beide *, 91a. W* E*, b. B* E*, beide *, 92. S* H*, 93a. J* W*, b. E* W*, beide *, 94a. F* A*, b. G* A*, beide *, 95a. A* H*, b. S* H*, 96a. W* K*, b. B* K*, beide *, 97. F* O* J* Z*, 98a. R* R*, b. H* R*, beide *, 99a. F* R*, b. E* R*, beide *, 100a. M* N*, b. T* N*, beide *, 101a. W* K*, b. E* K*, beide *, 102a. D* H*, b. G* H*, beide *, 103a. P* K*, b. E* K*, beide *, 104. Y* P*, 105a. P* B*, b. C* B*, beide *, 106. A* H*, 107a. D* H* A*, b. T* B* A*, beide *, 108. I* M*, 109. G* P*, 110a. B* T* A* R*, b. J* G* M* L*, beide *, 111a. E* M* J* S* e/v H*, b. F* J* W* M* H*, beide *, 112. K* M*, 113a. M* E* H* B*, b. R* C* U*, 114a. N* P* T*, b. J* E* T*, beide *, 115a. S* M* G*, b. J* P* G*, 116a. U* B*, b. S* B*, 117a. S* W*, b. B* W*, beide *, 118a. A* A* H* F*, b. K* F*, beide *, 119. R* B* K*, 120a. R* K*, b. D* K* e/v B*, beide *, 121a. M* S*, b. S* S*, beide *, 122a. Dr. A* H*, b. Mag. K* H*, beide *, 123a. A* K*, b. Dr. J* R* K*, beide *, 124a. S* H*, b. W* H*, beide *, 125a. M* H* A*, b. S* J* A*, beide *, 126a. J* F* W*, b. P* W*, beide *, 127. G* O*, 128. Prof. Dr. D* L*, 129. D* S*, 130. Dr. A* O* L* W*, 131a. S* F* G* W*, b. T* F* S* W*, alle vertreten durch Dr. Rüdiger Hanifle, Rechtsanwalt in Zell am See, gegen die Antragsgegner 1. P* Z*, 2. S* E* A* M*, 3. E* A* K*, 4. H* R*, 5. A* J* S*, 6. N* H*, 7. G* K* H*, 8a. G* S*, b. J* S*, beide *, 9. C* E*, 10. DI H* L*, 11a. R* A*, b. E* A*, beide *, beide vertreten durch Dr. Anton Waltl, Mag. Manfred Seidl, Mag. Ulrich Schmiedl, Mag. Gabriele Vierziger, Rechtsanwälte in Zell am See, 12. T* H*, 13a. H* B* K*, b. C* J* M* K*, beide *, 14a. K* v*, b. U* v*, 15. U* P*, 16. Dr. S* R*, vertreten durch Dr. Sonja Schröder, Rechtsanwältin in Zell am See, 17a. D* P*, b. N* J* P*, beide *, wegen Nutzwertfestsetzung, über den außerordentlichen Revisionsrekurs der Antragsteller gegen den Sachbeschluss des Landesgerichts Salzburg als Rekursgericht vom 24. August 2016, AZ 22 R 209/16p-37, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Der außerordentliche Revisionsrekurs wird mangels der Voraussetzungen des § 52 Abs 2 WEG iVm § 37 Abs 3 Z 16 MRG und § 62 Abs 1 AußStrG zurückgewiesen (§ 71 Abs 3 AußStrG).
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