OGH 5 Ob 137/16g
Worum es ging: Kann ich die Streitwertfestsetzung des Berufungsgerichts bekämpfen?
Die Regeln aus dieser Entscheidung
Nein. Bewertet das Berufungsgericht den Streitgegenstand, ist dieser Ausspruch unanfechtbar und bindet auch den Obersten Gerichtshof. Etwas anderes gilt nur, wenn zwingende Bewertungsvorschriften verletzt wurden, gar nicht zu bewerten gewesen wäre oder die Bewertung offenkundig weit daneben liegt.
Nein. Das Berufungsgericht muss bei Ansprüchen, die nicht in Geld bestehen, aussprechen, wie viel der Streitgegenstand wert ist. Dieser Ausspruch ist unanfechtbar und bindet auch den Obersten Gerichtshof, außer es wurden zwingende Regeln verletzt oder offenkundig zu niedrig oder zu hoch bewertet.
Der Oberste Gerichtshof überprüft die Bewertung durch das Berufungsgericht nur in einem Punkt. Er sieht nach, ob dabei zwingende Bewertungsvorschriften verletzt wurden. Darüber hinaus greift er nicht ein.
Der Bewertungsausspruch des Berufungs- oder Rekursgerichts bindet den Obersten Gerichtshof grundsätzlich. Das gilt aber nicht, wenn der Wert offenbar zu niedrig angesetzt wurde und damit die Grenzen des zulässigen Ermessens eindeutig überschritten sind. Dann ist der Oberste Gerichtshof daran nicht gebunden.
Nein. Auch wenn Sie Ihr Rechtsmittel als außerordentlich bezeichnen und an den Obersten Gerichtshof richten, ist es dem Gericht zweiter Instanz vorzulegen. Dieses muss zuerst aussprechen, dass ein ordentliches Rechtsmittel doch zulässig ist. Fehlt der Antrag darauf, ist das ein Mangel, den Sie verbessern können.
Nein. Der Umfang Ihrer Nutzungsrechte ändert sich durch die Eintragung nicht, und eine allgemeine Wirkung gegenüber Dritten entsteht dadurch auch nicht. Die Eintragung wirkt eher wie eine Anmerkung. Ob die eingeräumte Nutzung von der Stellung des Vermieters gedeckt ist, prüft das Grundbuchsgericht nicht.
Ja. Der Gegenstand einer Entscheidung in Grundbuchsachen ist grundsätzlich vermögensrechtlicher Natur. Davon hängt ab, welche Regeln für den Wert des Entscheidungsgegenstandes und damit für die weiteren Schritte gelten.
Ab 30.000 Euro. Der Gesetzgeber hat den in einer Bestimmung des Außerstreitgesetzes genannten Betrag von 20.000 Euro versehentlich nicht mit angehoben. Dieses offenkundige Versehen wird durch Auslegung beseitigt, sodass auch dort die höhere Grenze gilt.
Der Weg durch die Instanzen
- Bezirksgericht Mödling, 17.03.2016
Zitierte Paragrafen
AußStrG § 59 AußStrG § 62 AußStrG § 63 GBG 1955 § 126 GBG 1955 § 136 JN § 58
Entscheidungstext
28 Absätze, 5.676 Zeichen · im RIS ansehen
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Gericht
OGH
Entscheidungsdatum
25.08.2016
Geschäftszahl
5Ob137/16g
Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Dr. Hradil als Vorsitzenden sowie den Hofrat Dr. Höllwerth, die Hofrätin Dr. Grohmann, die Hofräte Mag. Wurzer und Mag. Painsi als weitere Richter in der Grundbuchsache der Antragsteller 1. N***** D*****, geboren am *****, 2. H***** D*****, geboren am *****, beide *****, beide vertreten durch Dr. Harald Mezriczky, Notar in Schwechat, wegen Berichtigungen gemäß § 136 GBG ob der EZ 1248 GB *****, infolge des „außerordentlichen Revisionsrekurses“ von 1. G***** A*****, 2. V***** M*****, 3. Mag. B***** C*****, 4. H***** K*****, 5. C***** S*****, 6. Dr. M***** B*****, 7. H***** E*****, 8. Dr. B***** B*****, 9. M***** L*****, 10. M***** W*****, 11. Dipl.-Ing. T***** W*****, 12. Dipl.-Ing. H***** B*****, 13. L***** M*****, 14. G***** M*****, 15. E***** O*****, 16. G***** K*****, 17. R***** G***** und 18. R***** G*****, beide *****, 19. Dipl.-Ing. T***** L*****, 20. M***** D*****, 21. P***** W*****, 22. Univ.-Prof. H***** W*****, 23. R***** R*****, 24. W***** W*****, 25. E***** S*****, 26. I***** H***** und 27. G***** H*****, beide *****, 28. Ing. G***** Z*****, 29. Dkfm. W***** P***** und 30. T***** P*****, beide *****, 31. A***** F*****, 32. R***** D***** und 33. B***** D*****, beide *****, 34. Ing. H***** S***** und 35. M***** S*****, beide *****, 36. M***** B*****, 37. A***** B*****, alle vertreten durch Ing. Mag. Dr. Roland Hansely, Rechtsanwalt in Wien, gegen den Beschluss des Landesgerichts Wiener Neustadt als Rekursgericht vom 23. Mai 2016, GZ 17 R 69/16t-5, mit dem der Beschluss des Bezirksgerichts Mödling vom 17. März 2016, TZ 1417/2016, bestätigt wurde, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die Akten werden dem Erstgericht zurückgestellt.
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