Genügt schon ein kleiner Fehler gegen meinen guten Glauben?
betrifft Käufer, Besitzer, Erwerber, Gläubiger
Ja. Schon leichte Unachtsamkeit bei der Frage, ob Sie in fremde Rechte eingreifen, zerstört den guten Glauben. Auch bloße Zweifel genügen dafür. Nur ein entschuldbarer Irrtum lässt Ihren guten Glauben bestehen; Maßstab ist die durchschnittliche Sorgfalt.
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Ständige Rechtsprechung seit 1950, zuletzt bestätigt am 26.11.2025 (34 Entscheidungen).
Stichwort des Gerichts (1950)
Auch leichte Fahrlässigkeit in der Beurteilung der Frage, ob der Besitzerwerb in fremde Rechte eingreife, schließt den guten Glauben aus; aber auch Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Besitzwerbers zerstören ihn und nur entschuldbarer Irrtum vermag ihn zu sichern.
Der Gerichtshof hat hier nur ein Stichwort festgehalten. Die Regel selbst steht in den Ergänzungen und Entscheidungen, die diesen Rechtssatz tragen.
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Diffizile juristische Beurteilungen seines Unterhaltsanspruchs können von einem Unterhaltsberechtigten grundsätzlich nicht erwartet werden.OGH 8 Ob 38/19z, 29.04.2019
- Hier: Der Beklagten (zu Unrecht) zugekommener Anteil am Meistbot, wenn sie die von der Klägerin angemeldete Forderung und deren Höhe kannte und daher bei bloß durchschnittlicher Aufmerksamkeit erkennen hätte müssen, dass die in der Anmeldung enthaltenen Kosten des Titel-und des Exekutionsverfahrens der Klägerin als ein nach §216 Abs2 EO mit dem Kapital gleichrangiger Anspruch zustehen.OGH 6 Ob 191/07t, 13.09.2007
- Hier: Recht am vom Berechtigten einer Tunneldienstbarkeit ausgebrochenen Material.OGH 1 Ob 49/99h, 22.10.1999
- Hier: Ersitzung eines Grundstücksteils.OGH 1 Ob 382/97a, 15.12.1997
- Fahrlässige Unkenntnis der wahren Sachlage - obwohl bei gehöriger Sorgfalt erkennbar gewesen wäre, dass das in Anspruch genommene Recht nicht zusteht - schließt guten Glauben aus.OGH 1 Ob 382/97a, 15.12.1997
- hier: Frage des gutgläubigen Erwerbs vom Vertrauensmann (Kunden) des Eigentümers.OGH 8 Ob 553/92, 28.01.1993
- Bereits leichte Fahrlässigkeit bei der Beurteilung der Rechtmäßigkeit schließt guten Glauben aus.OGH 3 Ob 618/81, 20.01.1982
- Hier exekutiv erwirkte Doppelzahlung eines Unterhaltsanspruches.OGH 3 Ob 529/78, 21.03.1979
- Maßstab ist die Anwendung der durchschnittlichen Sorgfalt ( §1297 ABGB ).OGH 5 Ob 505/76, 03.02.1976
- Begründeter Verdacht genügt.OGH 5 Ob 77/64, 05.06.1964
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0010189 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 8 von 34.
- OGH 3 Ob 145/25g, 26.11.2025, Fall aus Steiermark
- OGH 1 Ob 130/25m, 11.11.2025, Fall aus Oberösterreich
- OGH 4 Ob 31/25z, 29.09.2025, Fall aus Vorarlberg
- OGH 7 Ob 56/25y, 07.08.2025, Fall aus Tirol
- OGH 3 Ob 44/25d, 28.05.2025, Fall aus Salzburg
- OGH 6 Ob 184/24p, 06.11.2024, Fall aus Tirol
- OGH 8 Ob 57/24a, 26.06.2024, Fall aus Steiermark
- OGH 10 Ob 20/23y, 13.02.2024, Fall aus Oberösterreich
Im Gesetz
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