Welche Sorgfalt schulden mir Fachleute bei ihrer Arbeit?
günstig für Fachmann betrifft Kunden, Auftraggeber, Fachleute, Rechtsanwälte, Sachverständige
Wer sich öffentlich als Fachmann ausgibt, wird an den Fähigkeiten eines durchschnittlichen Angehörigen seines Fachgebiets gemessen. Dieser Maßstab darf nicht überspannt werden. Verlangt wird also solides Fachkönnen, nicht außergewöhnliche Leistung.
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Ständige Rechtsprechung seit 1985, zuletzt bestätigt am 27.01.2026 (37 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (1985)
Bei § 1299 ABGB geht es um den durchschnittlichen Fachmann des jeweiligen Gebietes, der prinzipiell auch der maßgerechte im Sinn dieser Bestimmung ist. Der Sorgfaltsmaßstab darf nicht überspannt werden.
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Bei der auch im medizinischen Bereich immer öfters vorkommenden Arbeitsteilung zwischen mehreren Ärzten hat eine stufenweise - fachbezogene - Aufklärung stattzufinden; sie muss (und kann) aber nicht über den eigenen medizinischen Verantwortungsbereich hinausreichen.OGH 6 Ob 155/23x, 20.12.2023
- Hier: Von einem durchschnittlichen Radiologen konnte das Erkennen der (das Karzinom indizierenden) Gewebsvermehrung nicht erwartet werden – Haftung verneint.OGH 4 Ob 111/22k, 23.09.2022
- Hier: Bei Einhaltung der gebotenen Sorgfalt in der orthopädischen Abteilung wäre ein Neurologe beizuziehen gewesen, da neurologische Schädigungen mit einer nicht zu vernachlässigenden Wahrscheinlichkeit Komplikationen der konkret durchgeführten Operation sind.OGH 1 Ob 111/19h, 29.08.2019
- Hier: Ein durchschnittlicher Radiologe hätte das Karzinom des Klägers als Zufallsbefund nicht erkannt - Haftung verneint.OGH 6 Ob 233/17h, 17.01.2018
- Hier: ArchitektenOGH 7 Ob 82/14f, 04.06.2014
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- Der Maßstab ist nicht die spezifische individuelle Erfahrung eines Mitglieds einer bestimmten Untergruppe eines Berufszweigs, sondern das durchschnittlich in der Branche zu erwartende Wissen.OGH 7 Ob 82/14f, 04.06.2014
- Hier: Von einem Kunsthändler beim Bilderankauf einzuhaltende Sorgfalt.OGH 9 Ob 13/09s, 16.11.2009
- Der Händler landwirtschaftlicher Produkte kann sich nicht dadurch entlasten, dass er darauf verweist, dass bisher negative Auswirkungen eines Feldpilzes auf Pferde nicht bekannt gewesen seien. Vielmehr müsste der Händler nachweisen, dass eine Kontaminierung mit diesem Pilz entweder in höchstem Grade unwahrscheinlich gewesen sei oder aber dass eine Beeinträchtigung der Stuten durch die Verfütterung von mit Zearalenon kontaminiertem Hafer mit hoher Wahrscheinlichkeit nach dem damaligen Wissensstand keine Auswirkungen hatte. Die bloße Nichtkenntnis allfälliger Auswirkungen entlastet die Beklagte, die jeder diesbezügliche Zweifel trifft, unter den gegebenen Umständen (Kenntnis negativer Auswirkungen des Feldpilzes auf andere Tierarten) nicht. Erstattet daher der Händler von Futtermitteln, die Gesundheitsbeeinträchtigungen (hier: Fertilitätsstörungen) hervorrufen, kein Vorbringen, aus welchem abzuleiten ist, dass ihm die Untersuchung des von ihm verkauften Futtermittels auf Giftstoffe nicht zumutbar gewesen wäre, ist ihm der Entlastungsbeweis gemäß § 1298 ABGB nicht gelungen.OGH 8 Ob 12/05f, 21.07.2005
- Die Frage, welche Sorgfaltspflicht bei einem bestimmten Arbeitsvorgang einzuhalten ist, kann wegen ihrer Einzelfallbezogenheit nicht als erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO gewertet werden.OGH 3 Ob 222/04z, 31.03.2005
- Es kommt auf die übliche Sorgfalt jener Personen an, die die betreffende Tätigkeit ausüben. (Hier: Schiffsführer)OGH 2 Ob 165/03h, 07.08.2003
- Bringt eine Maßnahme zur Vermeidung (Verminderung) eines Schadens des Mandanten keine Nachteile mit sich (wie dies bei der Erhebung eines Mitverschuldenseinwandes der Fall ist), muss sie der Rechtsanwalt jedenfalls ergreifen, auch wenn sie möglicherweise nicht notwendig ist. Nur im Falle einer ausdrücklichen und gegenteiligen Weisung des (freilich zuvor vollständig und pflichtgemäß belehrten und damit in voller Kenntnis der Sachlage und Rechtslage befindlichen) Mandanten ließe sich dann eine dennoch erfolgte Unterlassung eines solchen Mitverschuldenseinwandes rechtfertigen.OGH 7 Ob 316/01y, 11.02.2002
- Der Rechtsanwalt hat grundsätzlich alle zur Vermeidung eines Rechtsverlustes seines Mandanten erforderlichen Maßnahmen zu treffen.OGH 9 Ob 327/97x, 26.11.1997
- Der Sorgfaltsmaßstab wird durch die typischen und demnach objektiv bestimmten Fähigkeiten eines Angehörigen des betreffenden Verkehrskreises bestimmt.OGH 1 Ob 24/94, 14.07.1994
- Es geht um den Leistungsstandard seiner Berufsgruppe.OGH 8 Ob 528/89, 06.04.1989
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0026535 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 8 von 37.
- OGH 3 Ob 187/25h, 27.01.2026, Fall aus Oberösterreich
- OGH 9 Ob 80/24s, 22.01.2025, Fall aus Oberösterreich
- OGH 8 ObA 93/22t, 25.01.2023, Fall aus Steiermark
- OGH 5 Ob 190/22k, 21.12.2022, Fall aus Wien
- OGH 6 Ob 84/21b, 06.08.2021, Fall aus Tirol
- OGH 10 Ob 20/19t, 07.05.2019, Fall aus Steiermark
- OGH 5 Ob 131/16z, 22.11.2016, Fall aus Niederösterreich
- OGH 5 Ob 143/15p, 22.03.2016, Fall aus Wien
Im Gesetz
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