OGH 5 Ob 110/16m
Worum es ging: Wann gilt mein Anspruch als vermögensrechtlich?
Die Regeln aus dieser Entscheidung
Ob ein Anspruch vermögensrechtlich ist, richtet sich nach seinem Inhalt. Vermögensrechtlich sind Ansprüche, die vererbt oder übertragen werden können. Rein persönliche Rechte und Familienrechte zählen nicht dazu.
Nein. Die Regeln des Wohnungseigentums beziehen sich immer auf eine einzige Liegenschaft. Die Rücklage ist gebundenes Vermögen der Eigentümergemeinschaft, gesondert zu verwahren und nur für Aufwendungen dieser Liegenschaft zu verwenden.
Nein. Die Regeln über die Aufteilung der Aufwendungen gelten nur zwischen den Mit- und Wohnungseigentümern derselben Liegenschaft. In ein Rechtsverhältnis zwischen den Eigentümern verschiedener Liegenschaften greifen sie nicht ein. Besteht dazu eine Vereinbarung, kann das Gericht sie im wohnungseigentumsrechtlichen Verfahren nicht regeln.
Haben Wohnungseigentümer vereinbart, die Bewirtschaftungskosten zweier nebeneinander liegender Liegenschaften als Einheit aufzuteilen, gilt dafür nicht das Wohnungseigentumsgesetz. Eine solche Vereinbarung können Sie deshalb nicht im wohnrechtlichen Außerstreitverfahren durchsetzen oder ändern lassen, sondern nur mit einer Klage bekämpfen, etwa wegen Irrtums oder Nichtigkeit.
Ab 30.000 Euro. Der Gesetzgeber hat den in einer Bestimmung des Außerstreitgesetzes genannten Betrag von 20.000 Euro versehentlich nicht mit angehoben. Dieses offenkundige Versehen wird durch Auslegung beseitigt, sodass auch dort die höhere Grenze gilt.
Der Weg durch die Instanzen
- Bezirksgericht Thalgau, 18.08.2015, 10 MSch 9/12g-55
- Landesgericht Salzburg als Rekursgericht, 06.04.2016, 22 R 81/16i-73
Zitierte Paragrafen
ABGB § 828 ABGB § 834 AußStrG § 59 AußStrG § 62 AußStrG § 63 MRG § 37 WEG 2002 § 16 WEG 2002 § 17 WEG 2002 § 52
Entscheidungstext
32 Absätze, 8.661 Zeichen · im RIS ansehen
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Gericht
OGH
Entscheidungsdatum
11.07.2016
Geschäftszahl
5Ob110/16m
Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Dr. Hradil als Vorsitzenden, den Hofrat Dr. Höllwerth, die Hofrätin Dr. Grohmann sowie die Hofräte Mag. Wurzer und Mag. Painsi als weitere Richter in der außerstreitigen Rechtssache der Antragsteller 1. H***** S***** und 2. U***** W*****, beide *****, beide vertreten durch Pallauf Meissnitzer Staindl & Partner, Rechtsanwälte in Salzburg, gegen die Antragsgegner 1. Dr. M***** F*****, 2. Mag. I***** G*****, 3. Ing. H***** G*****, alle vertreten durch Korn & Gärtner Rechtsanwälte OG in Salzburg, 4. C***** W*****, 5. H***** K*****, 6. W***** K*****, beide *****, 7. G***** E*****, 8. Dr. H***** P*****, 9. Mag. Dr. W***** B*****, 10. Ing. Mag. H***** M*****, 11. W***** M*****, 12. Dr. G***** M*****, 13. Ing. W***** K*****, 14. A***** L*****, 15. Dr. D***** N*****, 16. Mag. M***** N*****, 17. Verlassenschaft nach der am ***** verstorbenen U***** M*****, zuletzt wohnhaft *****, vertreten durch Ing. Mag. N***** M*****, als mit Beschluss vom 13. März 2014 bestellter Verlassenschaftskurator, 18. Ing. Mag. N***** M*****, 19. J***** M*****, vertreten durch Korn & Gärtner Rechtsanwälte OG in Salzburg, wegen §§ 838a iVm 833 ff ABGB sowie § 52 Abs 1 Z 2 und 3 WEG, infolge des „außerordentlichen“ Revisionsrekurses der Antragsteller gegen den Sachbeschluss des Landesgerichts Salzburg als Rekursgericht vom 6. April 2016, GZ 22 R 81/16i-73, mit dem der Beschluss des Bezirksgerichts Thalgau vom 18. August 2015, GZ 10 MSch 9/12g-55, abgeändert wurde, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die Akten werden dem Rekursgericht zurückgestellt.
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