OGH 5 Ob 60/16h
Worum es ging: Kann meine Eigentumswohnung auf zwei Grundstücken zugleich liegen?
Die Regeln aus dieser Entscheidung
Wohnungseigentum ist ein dingliches Recht am Miteigentum an einer einzelnen im Grundbuch eingetragenen Liegenschaft. Ihr Wohnungseigentumsobjekt muss ein Teil genau dieser Liegenschaft sein. Ein und derselbe Miteigentumsanteil kann sich nicht gleichzeitig auf mehrere Liegenschaften erstrecken.
Nur unter bestimmten Voraussetzungen. Möglich ist es bei selbständigen, in sich geschlossenen Räumen zum Einstellen von Fahrzeugen oder wenn der Abstellplatz als Zubehör mit einer Wohnung oder Räumlichkeit verbunden ist, und zwar für höchstens zwei Fahrzeuge je Objekt. Auch übereinander angeordnete Plätze auf einer Hebeanlage gelten als eigene Abstellflächen.
Wohnungseigentum kann nur am gesamten Grundbuchskörper begründet werden; dieser ist die Liegenschaft im Sinn des Gesetzes. Es ist nicht nötig, dass alle Grundstücke dieses Körpers bebaut sind.
An einer Wohnung, die für den Hausbesorger der Liegenschaft bestimmt ist, kann kein Wohnungseigentum begründet werden. Vereinbarungen, die das dennoch vorsehen, sind unwirksam, und darauf gestützte Eintragungen im Grundbuch sind von vornherein nichtig.
Verstößt die Begründung von Wohnungseigentum gegen das Verbot, es an bestimmten Objekten wie einer Hausbesorgerwohnung zu begründen, so ist das nichtig. Auch die darauf aufbauenden Eintragungen im Grundbuch sind mit Nichtigkeit bedroht.
Der Verwalter hat sich an allgemeine Vorgaben und an einzelne Weisungen der Mehrheit der Wohnungseigentümer zu halten. Das gilt auch bei den gewöhnlichen Verwaltungsangelegenheiten. Die Grenze liegt dort, wo ein Mehrheitsbeschluss offensichtlich gesetzwidrig ist.
Der Hausverwalter hat nicht nur die Interessen der Eigentümergemeinschaft, sondern auch die des einzelnen Wohnungseigentümers zu wahren. Was das genau bedeutet, lässt sich allgemein nicht sagen und ergibt sich meist erst aus den Umständen des Einzelfalls.
Der Weg durch die Instanzen
- Bezirksgericht Spittal an der Drau, 16.10.2015, 6 Msch 2/15k-10
- Landesgericht Klagenfurt als Rekursgericht, 21.01.2016, 3 R 186/15k-15
Zitierte Paragrafen
AußStrG § 62 GBG 1955 § 3 MRG § 37 WEG 2002 § 13 WEG 2002 § 2 WEG 2002 § 20 WEG 2002 § 24 WEG 2002 § 30 WEG 2002 § 52 WEG 2002 § 56
Entscheidungstext
51 Absätze, 13.144 Zeichen · im RIS ansehen
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Gericht
OGH
Entscheidungsdatum
25.08.2016
Geschäftszahl
5Ob60/16h
Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Dr. Hradil als Vorsitzenden sowie den Hofrat Dr. Höllwerth, die Hofrätin Dr. Grohmann, die Hofräte Mag. Wurzer und Mag. Painsi als weitere Richter in der außerstreitigen Wohnrechtssache der Antragstellerin I***** GmbH, *****, vertreten durch Dr. Georg Schuchlenz, Rechtsanwalt in Klagenfurt am Wörthersee, gegen die Antragsgegner 1. W***** GmbH, *****, 2. Dr. H***** H*****, 3. Dr. H***** P*****, 4. Dr. H***** F*****, 5. Dr. A***** F*****, 6. Mag. G***** G*****, 7. M***** M*****, 8. Dr. W***** N*****, 9. M***** Z*****, 10. Mag. H***** W*****, 11. Dr. H***** W*****, 12. H***** P*****, 13. M***** G*****, 14. I***** OG, *****, 14. Antragsgegnerin vertreten durch Mag. Astrid Roblyek, Rechtsanwältin in Klagenfurt am Wörthersee, wegen § 52 Abs 1 Z 4 WEG iVm § 24 Abs 6 WEG, über den außerordentlichen Revisionsrekurs der Antragstellerin gegen den Sachbeschluss des Landesgerichts Klagenfurt als Rekursgericht vom 21. Jänner 2016, GZ 3 R 186/15k-15, in der Fassung des Berichtigungsbeschlusses vom 11. Februar 2015, GZ 3 R 186/15k-16, mit dem der Sachbeschluss des Bezirksgerichts Spittal an der Drau vom 16. Oktober 2015, GZ 6 Msch 2/15k-10, bestätigt wurde, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Dem Revisionsrekurs wird nicht Folge gegeben.
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