Darf ich ein Gespräch mit dem Chef heimlich aufnehmen?
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Ständige Rechtsprechung seit 1992, zuletzt bestätigt am 03.07.2025 (12 Entscheidungen).
So hat das Gericht es formuliert (1992)
Ergänzungen des Gerichts in späteren Entscheidungen
- Hier: Versuch einer Angestellten ein fremdes Gespräch zwischen dem Arbeitgeber (repräsentiert durch das Mitglied des Vorstands) und einer anderen Person (vorgesetzte Angestellte) aufzunehmen. An der Beurteilung der Vorinstanzen, die Klägerin habe den Entlassungsgrund der Vertrauensunwürdigkeit gesetzt ist nicht zu zweifeln, weil das heimliche Aufzeichnen eines fremden Gesprächs im Unterschied zum solchen eines eigenen Gesprächs sogar gerichtlich strafbar ist (§ 120 Abs 1 StGB).OGH 8 ObA 18/23i, 21.04.2023
- Hier: Verdeckte Filmaufnahme eines Gesprächs zwischen einem Politiker und einer vermeintlichen reichen Ausländerin.OGH 6 Ob 236/19b, 23.01.2020
- Hier: Keine Rechtfertigung für Tonaufnahmen ehelicher Streitgespräche mit dem Handy.OGH 1 Ob 1/20h, 20.01.2020
- Hier: Tonaufnahme einer öffentlichen Gerichtsverhandlung: Unabhängig von einer stets möglichen Untersagung im Rahmen der Sitzungspolizei darf auch eine öffentliche Gerichtsverhandlung grundsätzlich nicht ungefragt aufgenommen werden, sofern nicht zumindest ein schlüssiges Einverständnis der Anwesenden eingeholt wurde.OGH 6 Ob 82/18d, 24.05.2018
- Der Schutzbereich des zivilrechtlichen „Rechts am gesprochenen Wort“ geht über § 120 StGB hinaus.OGH 6 Ob 82/18d, 24.05.2018
Alle 8 Ergänzungen anzeigen
- Zum Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch nach § 77 UrhG hinsichtlich Transkripten von während eines vertraulichen Gesprächs heimlich angefertigten Tonbandaufnahmen siehe RS0127498.OGH 4 Ob 160/11z, 20.12.2011
- Hier: Heimliche Tonbandaufzeichnung von Telefongesprächen (mit umfassender Darstellung der bisherigen Literatur und Judikatur).OGH 6 Ob 190/01m, 27.09.2001
- Die Rechtswidrigkeit ergibt sich aus der Verletzung des im § 16 ABGB verankerten Persönlichkeitsrechts des Sprechers ("am eigenen Wort").OGH 3 Ob 131/00m, 20.06.2000
Ein Rechtssatz ist eine Regel, die der Oberste Gerichtshof (OGH) in seinen Entscheidungen immer wieder anwendet. Dieser trägt die Nummer RS0031784 · im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ansehen
Entscheidungen dazu
Im Portal: die neuesten 6 von 12.
- OGH 6 Ob 53/25z, 03.07.2025, Fall aus Tirol
- OGH 8 ObA 18/23i, 21.04.2023, Fall aus Oberösterreich
- OGH 9 ObA 65/21f, 28.07.2021, Fall aus Oberösterreich
- OGH 8 ObA 2/21h, 23.02.2021, Fall aus Oberösterreich
- OGH 1 Ob 1/20h, 20.01.2020, Fall aus Niederösterreich
- OGH 9 ObA 118/17v, 28.11.2017, Fall aus Tirol
Im Gesetz
- Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB) Art. 16
- Angestelltengesetz (AngG) Art. 1 § 27
- Strafgesetzbuch (StGB) § 120 · Mißbrauch von Tonaufnahme- oder Abhörgeräten
Die andere Seite
Zum selben Thema hat das Gericht auch Regeln aufgestellt, die für die Gegenseite günstig sind.
Nicht jede Unwahrheit macht Sie vertrauensunwürdig. Betraf die Frage eine Nebenbeschäftigung ohne dienstlichen Bezug und haben Sie Ihre Antwort erkennbar eingeschränkt, etwa mit dem Hinweis, gerade nicht frei sprechen zu können, ist eine Entlassung nicht gerechtfertigt.
Eine Entlassung wegen Untreue setzt voraus, dass Sie absichtlich und pflichtwidrig gegen die Interessen des Arbeitgebers verstoßen haben. Fahrlässigkeit reicht nicht, und Ihnen muss bewusst gewesen sein, dass Ihr Verhalten pflichtwidrig ist. Hat der Arbeitgeber die Handlung genehmigt oder durften Sie annehmen, er hätte bei Kenntnis der Lage zugestimmt, liegt weder Rechtswidrigkeit noch Verschulden vor.